»In zwei Projektwochen während der regulären Schulzeit führten die Klassen 5 und 6 des BIP Kreativitätsgymnasiums Leipzig ein Filmprojekt durch (Leitung: Frank Schulz und Studierende des Instituts für Kunstpädagogik der Universität Leipzig, Helga Haugwitz und Heike Pöge vom BIP Kreativitätsgymnasium Leipzig). Die Schülerinnen und Schüler entwickelten eine Geschichte, die unmittelbar an ihre Lebenswirklichkeit anknüpfte: Viele von ihnen hatten schon einmal in bestimmten Situationen den Wunsch, einfach wegzulaufen und irgendwelchen Ärger hinter sich zu lassen. Das war nie so richtig ernst gemeint und meist schnell vergessen. Was aber, wenn man wirklich weglaufen würde? Das war die Filmidee. Es entstand eine kleine Filmcollage. Integriert waren auch die Ergebnisse einer Umfrage: Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern hatten Passanten in Leipzig gefragt, ob sie als Kind einmal weggelaufen waren und wenn ja, wie das ausging. Verschiedene Anlässe für den Wunsch zum Weglaufen wurden inszeniert: den Eltern eine schlechte Note mitteilen oder die ständige Kritik der Eltern am unaufgeräumten Zimmer ertragen müssen, immer wieder zu erleben, dass die Eltern zu wenig Zeit haben für ihre Kinder, gar die laufende Scheidung der Eltern. Dann wurde aber auch danach gefragt, was passiert, wenn man wirklich wegläuft. Unerwartete Erlebnisse paaren sich mit bösen Überraschungen. Die Botschaft lautete: ›Weg‹laufen ist keine Lösung, man würde die kleinen oder großen Probleme ja nur mitnehmen. Die Lösung kann nur sein, einen WEG zu finden, um sich auszusprechen.« (Steffen Wachter)
Fotos: Steffen Wachter