FRANK SCHULZ

Theorie und Didaktik der bildenden Kunst

Es war klar, dass dafür ein spezieller Projektraum nötig war, nämlich ein dunkler, um mit verschiedenen Lichteffekten arbeiten zu können. Ein langer dunkler Kellergang mit verschiedenen Nischen und einigen wenig benutzten Räumen bot sich dafür bestens an. Dieser Raum wurde mit Licht und Lichtobjekten in eine ganz neue, andere Welt verwandelt. Die Schülerinnen und Schüler erlebten in aktivem Tun, wie stark Lichtwirkungen auf unser Raumerleben Einfluss nehmen. Das Spiel mit Licht und Schatten wurde mit Lichtobjekten unterstützt, um poetische Bilder zu schaffen. Diese wurden integriert in eine kleine Schattenspiel-Inszenierung, die in mehreren Varianten aufgeführt wurde. Lichtkästen waren dafür gedacht, dass sie von Besucherinnen und Besuchern erkundet werden können: In Schukartons wurden unterschiedliche Materialien und Objekte platziert, es gab Öffnungen für den Einfall  von Licht und Gucklöcher, durch die man in diese rätselhafte Welt schauen konnte. Es standen Taschenlampen zur Verfügung, die man über die Lichteinfallöffnungen halten konnte. Es gab aber auch Lichtobjekte, selbst leuchtende Figuren, denen man als Wegweiser beim Rundgang begegnete. Ein besonderer Höhepunkt war ein Garderobenraum, den man barfuß in völliger Finsternis betreten musste. Er zeichnete sich durch Lichtleere aus. An Führungsbändern entlang bewegte man sich über unterschiedlichste Materialien am Fußboden oder man stieß an hängende Objekte oder roch verschiedene Duftsäckchen. Da man nichts sehen konnte, musste man alle anderen Sinne besonders gut einsetzen, um den Raum zu erleben. Am Eingangsbereich entstand ein großes Lichtbild, indem auf dickere transparente Folienteile mit Farblacken experimentiert wurde, um eine Hand als symbolisches Zeichen zu gestalten. Die Teile wurden dann zusammengeklebt und in einem Rahmen befestigt, der von hinten wirkungsvoll beleuchtet war. Mit allen möglichen Projektoren, die z. T. längst ausrangiert, aber als Lichtquelle noch gut zu nutzen waren, wurden ganze Räume oder Zonen in farbiges Licht getaucht. Die Auflageflächen der Overhead-Projektoren ließen sich gut für die Erzeugung von Strukturen und Bildeffekten verwenden. Schließlich fand auch dieses Projekt einen angemessenen Abschluss: Viele Besucherinnen und Besucher (Eltern, Großeltern) drängten sich vor dem Eingang zum Keller, der sich einmal in ganz anderer Weise zeigte.« (Steffen Wachter)

Fotos: Steffen Wachter / Katja Weber