FRANK SCHULZ

Theorie und Didaktik der bildenden Kunst

»Am 2. Juli 2004 fand um 23 Uhr auf dem Schulhof des BIP Kreativitätsgymnasiums Leipzig eine Kunstaktion der besonderen Art statt. Großes Publikum war eingeladen (Schülerinnen und Schüler, Kollegium, Eltern, Großeltern, Gäste) und zahlreich erschienen. Der genaue Grund war ungenannt. Zur Überraschung der Anwesenden treffen nach dem lauten Landegeräusch eines unsichtbaren Flugobjekts Fremde (Außerirdische) unter explodierendem Feuerwerk auf dem Schulhof ein und führen im plötzlichen Nebel merkwürdige Tänze auf. Sie formulieren in ihrer fremden Sprache eine Botschaft, in der sie die Menschen zur Zusammenarbeit einladen. Ein Junge (ein französischer Austauschschüler aus dem Kreis der anwesenden Zeugen des Ereignisses) dient ihnen als Medium, um diese Botschaft in der menschlichen Sprache auszusprechen. Diese nächtliche Kunstaktion wurde lange vorbereitet. Im Zusammenhang mit dem Ethikunterricht wurde die Frage thematisiert, ob es weiteres Leben im Universum gibt und wie sich gegebenenfalls Außerirdische zu uns als Menschen verhalten würden bzw. wir uns zu ihnen. Das interessierte die Schülerinnen und Schüler sehr und es fand dazu eine sehr komplexe Auseinandersetzung statt. Dabei entwickelte sich die Idee für eine Aktion am Schulzentrum. Die Projektidee war schnell klar: Außerirdische landen, um die Menschen zur Zusammenarbeit aufzufordern. Aber die Umsetzung verlangte viel. Am Anfang stand die Entwicklung von ›Kostümen‹ aus großen Kartons und Pappröhren, die als Erscheinungsweise der Außerirdischen gelten konnten, dabei aber auch höchst individuell sein sollten. Dann sollte eine ›Choreografie‹ entstehen für ihren Tanz. Die ganze Aktion galt es musikalisch bzw. mit Geräuschen zu untersetzen. Die von den Außerirdischen überbrachte Botschaft verlangte nach einer poetischen Formulierung. Und schließlich etwas ganz Besonderes: Es musste eine Feuerwerksfirma gefunden werden (was die Schülerinnen und Schüler mit eigener Überzeugungskraft hinbekamen), die bereit war, dieses Projekt zu unterstützen und entsprechende Effekte zu platzieren. An 8 Projektnachmittagen, 2 Projekttagen und 1 Probeabend (bei Dunkelheit) wurde das Projekt der Klassenstufen 6 und 7 umgesetzt (Leitung: Frank Schulz, Steffen Wachter, Katja Weber und Studierende des Institutes für Kunstpädagogik, Annett Hackel vom BIP Kreativitätsgymnasium Leipzig). Bis heute unvergessen bei allen Beiteiligten!« (Steffen Wachter)

Fotos: Steffen Wachter / Katja Weber